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Baden als Handlung-die Wahl einer geeigneten Badehilfe

Baden als Handlung-die Wahl einer geeigneten Badehilfe

Baden geht bis in die Antike zurück und diente immer schon immer mehr als nur der reinen Erhaltung von Körperhygiene, da es auch einen massgeblichen Einfluss auf Geist und Seele hat.
Es steht deshalb eng im Zusammenhang mit dem Ethikkodex des WFOT (World Federation of Occupational Therapy), da eins der Hauptziele der Ergotherapie ist, einen ganzheitlichen und individuellen Behandlungsansatz zu erstellen, der jemandes körperliches und psychisches Wohlergehen sowie persönliche Ziele in den Mittelpunkt stellt.
Ergotherapeuten verschreiben häufig Badehilfen und es ist sehr wichtig, dass die Befundung für diese nach vorgegebenen Richtlinien erfolgt. Klinische Begründung und Wirkung von Badehilfen müssen hierbei klar definiert werden.

Folgende Bereiche werden in diesem Artikel besprochen:

• Ein Überblick ueber die Wirkung von Baedern
• Der ergotherapeutische Befundungsprozess und Lösungen, um selbständiges Baden zu ermöglichen
• Rechtliche Grundlagen für die klinische Begründung
Positive Effekte des Badens

Wenn wir als Ergotherapeuten Patienten befunden, die wegen einer Einschränkung Schwierigkeiten mit dem Badewanneneinstig haben, dann benötigen wir in gutes Verständnis für den Nutzen des Badens, welche Vorteile das Baden für manche Patienten gegenüber dem Duschen hat und wie dies das allgemeine körperliche und seelische Befinden beinflussen kann.

Baden kann einen wesentlichen Einfluss auf folgende Bereiche haben:
• Besserer Schlaf

AOTA, der amerikanische Ergotherapeutenverbund (American Association of Occupational Therapy ) sieht Schlaf als Handlung und deshalb als Grundlage fuer Wohlbefinden und entscheidend, um das Gleichgewicht von Körperfunktionen und Teilnahme an Alltagshandlungen zu erhalten.

Ein Bad vor dem Schlafengehen entspannt die Muskulatur und der Wechsel vom warmen Bad in die kühlere Laken fördert die Produktion von Melanin, welches wiederum Schlaf begünstigt. Baden ist deshalb von besonderem Nutzen für Patienten mit Schlafstörungen, wie zum Beispiel Patienten die Einschlafschwierigkeiten haben oder Patienten, die unter erheblichen Schmerzen leiden.

• Reduziert Stress

Bäder als Teil eines Behandlungprogramms für Patienten mit Anspannungsstörungen und Stress einzusetzen funktioniert deshalb, weil die Wärme Vasoldilation verursacht. Als Folge der Entspannung der muskulären Gefässwände erweitern sich die Blutgefässe und der Blutdruck sinkt.
Dies erleichtert die Verübung von alltäglichen Handlungen, zum Beispiel bezahlter oder gemeinnütziger Arbeit und verringert so soziale Ausgrenzung.

• Schützt vor Infektionen und reduziert Depressionen

Regelmässige Körperhygiene ist in der Prävention von Erkrankungen und deren Ausbreitung massgeblich. Zur Jahrhundertwende verringerte die Verbreitung von regelmässigem Baden die Häufigkeit von Durchfallserkrankungen, Cholera und Typhus. Für die meisten Menschen ist es ausserdem von grosser Wichtigkeit, sich frisch und gepflegt zu fühlen, da das Gefühl von Unreinheit einen negativen Effekt auf das Wohlbefinden hat und zu Depressionen und Arbeitsplatzverlust führen kann.

Diese Zusammenfassung ist nur ein kurzer Überblick und in vielen Bereichen, wie zum Beispiel der Schmerzbehandlung und der Behandlung von Erschöpfungszuständen wird warmes oder heisses Wasser erfolgreich als Medium, in welchem gymnastische Übungen ausgeführt werden können, die bei Muskel,- und Gelenkserkrankungen förderlich sind, eingesetzt
Der ergotherapeutische Befundungsprozess und Lösungen, um Baden zu unterstützen

Der Ergotherapeut sollte den Patienten in der Entscheidungsfindung, was für ihn am Wichtigsten ist, unterstützen. Das ergotherapeutische Person-Environment-Occupation-Performance Modell ist hierbei ein wichtiges Werkzeug, um Patienten zu befunden. (Baum & Christiansen, 2005)3.

Task (=Tätigkeit/Aufgabe)
Der Ergotherapeut sollte die Tätigkeiten, mit der der Patient Schwierigkeiten hat, identifizieren und diese dann genauer analysieren. So kann genauer bestimmt werden, aus welchem Grund der Patient diese Schwierigkeiten hat. Verschiedene Gründe können z.B. Wahrnehmungs,- und sensorische Verarbeitungsstörungen oder Probleme mit der Umwelt sein. In dieser Phase sollte der Ergotherapeut eng mit dem Patienten zusammenarbeiten und auch bewusst Stärken des Patienten hervorheben.

Environment (Umwelt/äussere Faktoren)
In diesem Raum findet die Tätigkeit und die Interaktion mit anderen Menschen statt.
Fragen, die gestellt werden müssen sind zum Beispiel: Ist genug Platz? Ist die Ausstattung fuer den Patienten geeignet? Benutzen andere Menschen diesen Raum? Wird der Patient von einem Betreuer unterstützt?

Die Person (intrinsisch-innewohnende Eigenschaften)
Jede Person ist einzigartig und jedes Menschen Fähigkeiten werden nicht nur durch körperliches Können wie motorisches Geschick oder psychische Fähigkeiten wie z.B. Motivation bestimmt, sondern auch durch Wissen und kulturellen Bezug.

Um die Stärken und Einschränkungen unserer Klienten zu verstehen und so zu identifizieren wie sie am besten ihre Ziele erreichen können, müssen wir eng mit ihnen zusammenarbeiten.
Indem wir die Person, die Umgebung und die Beschäftigung, die Klienten ausüben möchten, zusammenfügen, koennen wir Lösungen identifizieren.
Diese Lösungen sollten dem Klienten Wahl, Flexibilität und Kontrolle über ihre Lebensumstände zusprechen.

Im Bereich des Badens könnten diese folgende sein:

Techniken:
Der Ergotherapeut sollte immer darauf achten, dass der Klient bei der Tätigkeit, in die Badewanne hereinzusteigen seine eigenen, individuellen Stärken benutzt, um so sein Ziel zu erreichen.

Hilfsmittel:
Badehilfen, die geignet sind, um sicher ins Bad zu gelangen könnten einfache Handgriffe sein, die an der Wand angebracht sind oder zum Beispiel Badesitze, die zusätzliche Unterstützung anbieten, um sicher hinein,- und hinauszugelangen.
Wenn ein Klient zusätzliche Unterstützung benoetigt, um sicher ins Bad zu gelangen, dann kann ein Badewannenlifter in Erwägung gezogen werden.
Man unterscheidet drei verschiedene Arten von Badewannenliftern:

1. Mit fixierter Rückenlehne
Wie zum Beispiel: http://mangar.co.uk/product/archimedes-bath-lift/
Dieser Lifter ermöglicht es dem Klienten, erst am Badewannenrand zu sitzen und seitlich auf den Sitz zu rutschen und sich dann sanft auf den Wannenboden hinabzulassen.

2. Mit Rückenlehne, die ein Zurücklehnen im Bad ermöglicht
Diese Einstiegshilfe ist ähnlich wie die mit fixierter Rückenlehne aber erlaubt auch das zusätzliche Zurücklehnen im Bad.

3. Luftgefülltes Kissen
Wie zum Beispiel: http://mangar.co.uk/bathing-cushion/
Für Klienten, die gerne ganz von Wasser umgeben sein wollen, ist diese Badehilfe geeignet. Diese Art von Hilfsmittel ermöglicht ein ganzes Eintauchen und hat zusätzlich eine komfortable Kopfstütze.

4. Spezialbadewannen
Für Menschen mit Schwerstmehrfachbehinderungen gibt es eine grosse Anzahl an Wannentypen mit integrierter Tür oder sogar mit eingebautem Lift.

5. Umbauten
Wenn Hilfsmittel langfristig keine Lösung sind, ist ein Umbau, zum Beispiel zu einer barrierefreien Dusche, die beste Lösung, und sollte deshalb als nächstes in Erwägung gezogen werden. Die Beratung sollte dabei verschiedene Arten von Umbauten, sowie Kosten,- und Kostenübernahme als auch die Zeit von Planung bis zur Ausführung der geplanten Arbeiten in Betracht ziehen, so dass sich Klienten umfassend informiert fühlen und ihnen so bei der Entscheidungsfindung geholfen wird.

In der Ergotherapie ist das Ziel immer, Klienten zu grösstmöglicher Selbständigkeit im Alltag zu verhelfen. In Zusammenarbeit mit Klienten und unter Einsatz einer Vielzahl von Mitteln und Therapiekonzepten, werden Möglichkeiten und Strategien für möglichst selbstbestimmtes Handeln erarbeitet. Im Bereich der Hilfsmittel,- und Wohnraumberatung sind Ergotherapeuten die besten Ansprechpartner, um, unter der Berücksichtigung individueller Einschränkungen aber auch Stärken, eine auf den Klienten zugeschnittene Lösung zu identifizieren.
1. http://www.wfot.org/AboutUs/FundamentalBeliefs.aspx
2. http://www.aota.org/-/media/corporate/files/aboutot/professionals/whatisot/hw/facts/sleep.pdf
3. Baum, C.M & Christiansen, C, H. (2005) Person, Environment, Occupation performance: An Occupation based framework for practice.



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