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Das Mangar Camel beim S-RTW des ASB Neustadt in Sachsen

In Neustadt / Sachsen wird seit etwa zwei Jahren das Mangar Notfall-Hebekissen Camel im Schwerlast-Rettungsdienst eingesetzt. Grund genug, den Arbeiter-Samariter-Bund zu besuchen und Experten nach Erfahrungen zu fragen. Gesprochen habe ich mit Mathias Hänzsche, Teamleiter der ASB Rettungsdienst gGmbH.

Mangar: Herr Hänzsche, erst einmal vielen Dank für Ihre Zeit. Wie ich sehe, ist Ihr S-RTW ein gut ausgestattetes Fahrzeug. Wie kam es denn zur Auswahl der Ausstattung an Bord?

 

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Hänzsche: Zunächst ging es nach einer Ausschreibung unseres Landkreises darum, eine Kombination aus einem RTW zu erschaffen, der auch für den Schwerlast-Notdienst eingesetzt werden kann. Maßgeblich für die Auswahl der nötigen Ausstattung war es für uns daher, Hilfsmittel zu finden und einzusetzen, die eine Mindesttraglast von 300 kg problemlos meistern können und eine Erleichterung für unsere Hilfskräfte sind. Wir mussten zunächst praktische Einsätze aus der Vergangenheit analysieren und die genauen Abläufe erarbeiten, die für eine Rettung gerade von zunehmend adipösen Patienten wichtig sind. Dem entsprechend erfolgte die Auswahl.

Mangar: Sie haben Ihr Personal angesprochen. Wo bestehen denn im Regelfall Probleme bei der Rettung schwergewichtiger Personen?

 

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Hänzsche: Zunächst einmal wissen wir bei einem Einsatz nie, welche Gegebenheiten wir vorfinden. Eine Rettung und die Versorgung eines Patienten im Freien ist gegebenenfalls einfach. Es wird jedoch für unser Personal immer dann schwierig, wenn eine Rettung z.B. in einer Wohnung vorgenommen werden muss. Gerade dort spielen gewisse Faktoren eine Rolle. Welche medizinischen Maßnahmen müssen ergriffen werden? Muss der Patient gehoben oder auch liegend transferiert werden, zum Beispiel auf ein Rollboard? Wie beengt sind danach die Räume, wenn ich den Patienten versorgt habe? Muss ich den Patienten aus dem dritten Stock aus dem Haus transportieren oder wohnt dieser Parterre? Treppe oder Aufzug? Neben der medizinischen Versorgung steht natürlich der Transport eine Rolle. Und wir haben und eben für Hilfsmittel entschieden, die sowohl rückenschonendes Arbeiten für unsere Mitarbeiter gewährleisten, als auch für den Patienten so angenehm wie möglich sind.

 

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Mangar: Wie trägt das Camel Notfall-Hebekissen in dieser Kette an Hilfsmitteln dazu bei?

Hänzsche: Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen ein Beispiel nennen. Wir hatten einen Einsatz, bei dem eine schwergewichtige Frau aus dem Bett gefallen war und auf dem Boden lag. Für enge Räume besitzt unser S-RTW eine Kartsana Schwerlasttrage, die für ein Körpergewicht von 320 kg ausgelegt ist und durch ihre Konstruktion sehr gut in engen Räumen eingesetzt werden kann. Zudem besitzen wir ein Schnitzler Gleitkufen-Rettungstuch bis 200kg, um eine schwere Person Treppenhäuser herunter zu tragen, ein Schwerlast-Rutsch-& Tragetuch der Firma Schnitzler und eine Vakuummatratze XXL. Jedoch stießen wir beim anfänglichen Transfer auf die Problematik, dass wir sechs bis acht Helfer und somit Unterstützung durch die Feuerwehr benötigten, die Dame mit einem Tragetuch aufzuheben und auf die Trage zu transferieren. Nicht nur der Personaleinsatz an sich, sondern auch die oft aus dem Heben resultierenden Verletzungen wie Rückenleiden haben uns vor der Anschaffung des Camel Sorgen bereitet. Ganz zu schweigen von der Art des Hebens für den Patienten, da man gerade bei adipösen Personen keinen richtigen Griffpunkt hat. Mit der Einführung des Camel als Grundausstattung haben wir genau mit diesem Punkt Abhilfe geschaffen. Mittlerweile wird es daher auch nicht nur für den Schwerlastbereich eingesetzt, sondern auch in unserem anliegenden Pflegeheim bei gestürzten Patienten verwendet. Man kann dann kurz einmal hinüberlaufen und anheben.

 

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Mangar: Also sehr vielfältig verwendbar, wie Sie erwähnen. Und durch andere kombinierte Hilfsmittel eine durchdachte Lösung. Was ist denn Ihrer Erfahrung nach bei einem Schwerlast-Einsatz am Wichtigsten?

 

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Hänzsche: Wenn Sie mich so fragen, spielt für uns selbst beim ASB in Neustadt nach vielen Einsätzen gerade bei adipösen Patienten die Versorgung die wichtigste Rolle. Wenn wir am Einsatzort eintreffen, gibt es genau drei Schritte, die wir befolgen, um alle weiteren Maßnahmen einleiten zu können: 1. Der Patient muss vom Boden hoch. 2. Der Patient muss in eine Sitzposition gebracht werden. 3. Der Patient kann in dieser Position am Besten versorgt werden.

Alles Weitere, wie zum Beispiel den Transport, kann man nach der Erstversorgung überdenken. Entscheidend ist aber genau diese Erstversorgung. Daher ist gerade das Camel als Anfangsbestandteil aus unserer Materialeinsatz-Kette nicht mehr wegzudenken und in dieser Art das einzige Hilfsmittel, mit dem wir eine Person mit geringem Personaleinsatz schnell und effektiv anheben und aufrichten können. Denn erst dadurch wird eine Versorgung gewährleistet. Und ich kann meinen Kolleginnen und Kollegen nur empfehlen, sich von der Funktion und Einfachheit des Camel selbst zu überzeugen.

 

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Mangar: Herr Hänzsche, wir danken Ihnen für diesen kleinen Einblick in den Schwerlast-Rettungsdienst und Ihre Zeit.



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